Französischer Pressespiegel 26.10.2006

I. Im Überblick

FIGARO macht mit großem Foto des iranischen Präsidenten Ahamdinejad auf: "Der Iran beschleunigt sein Nuklearprogramm";
LIBÉRATION mit "Waffen im Fadenkreuz: Während der Handel boomt, prüfen die VN ... ein Projekt zur Kontrolle des Waffenhandels";
LE MONDE macht mit dem zweiten Fernsehauftritt der drei PS-Kandidaten auf; auch bei FIGARO auf der Titelseite ("Vorsprung Royals geht zurück"). Am 24.10. war erneut eine quasi-parteiinterne Fernsehdebatte in einem Kabelkanal gelaufen, dazu DB Nr. 673 v. 25.10.2006 aus Paris; die erste Übung dieser Art - am 17.10. - war bereits, wie die Zeitungen urteilten, "wenig telegen" und mit geringer Einschaltquote unter dem allgemeinen Fernsehpublikum verlaufen, zum medialen Echo der ersten Runde vgl. Pressebericht Paris v. 18.10.2006; das hat die Einschaltquote bei der zweiten Runde gedämpft.
Zu einem benachbartem Thema auch der Aufmacher des PARISIEN: "Populismus - ja was ist das denné" mit einer Schnellumfrage, nach der 59 Prozent der Befragten den Vorschlag Ségolène Royals guthießen, "Volks-Jurys" sollten gewählte Volksvertreter überwachen.
LA CROIX: "Die neue Karte der Gotteshäuser" ( Statistik von Gotteshäusern aller Religionen in Frankreich).
LES ECHOS: "Capgemini steigt massiv in den indischen Informatikmarkt ein."
LA TRIBUNE: Börsenerfolg von Air-France-KLM.
L'HUMANITÉ: "Kassiererin zeigt Herz - entlassen!".

Internationale Politik

Beginn des Chirac-Besuches in Peking (FIGARO, LIBÉRATION, LES ECHOS, LE MONDE sehr klein - das Blatt hatte allerdings gestern seinen Vorbericht gebracht, auch LE PARISIEN etwas weiter hinten).


Iran

: FIGARO zur Mitteilung einer iranischen Presseagentur, dass eine zweite Anreicherungskaskade angelaufen sei (s. o. als Aufmacher auf der Titelseite beginnend).

Beginn der Anhörungen in Kigali über die Rolle französischer Verantwortlicher in Ruanda 1994 beschäftigt viele Blätter. Fernsehauftritt Putin beschäftigt einige Zeitungen.

FIGARO berichtet aus den USA zur gestrigen Pressekonferenz von Präsident Bush, "Bush ändert den Ton zum Irak, nicht die Politik", und bringt eine Reportage aus Ohio ("Republikaner in Ohio in Gefahr").

LIBÉRATION kritisch zu UNIFIL plus.


Wirtschaft - Rüstung

Auftritt von Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie bei der Marine-Rüstungsmesse "Euronaval" wird von mehreren Blättern beachtet (FIGARO, Wirtschaftszeitungen, aber auch LE PARISIEN); sie habe das Projekt eines zweiten Flugzeugträgers (PA2), dessen Realisierung bis spätesten 2015 "Jacques Chirac wünscht" (so der FIGARO) wieder angesprochen, das sie noch in ihrer Amtszeit (als Verteidigungsministerin) "irreversibel" auf den Weg bringen wolle.

LE MONDE berichtet über die "Verschärfung des Tons" zwischen der Europäischen Kommission und Peking in Handelsfragen.

Deutschland/Deutsche Sprache

LE MONDE berichtet (Berliner Korrespondent Jacob): "Brain Drain beunruhigt die deutsche Handelskammer".
FIGARO (im Teil Frankreich/Gesellschaft) berichtet über den Rückgang der Deutschschüler in Frankreich in den vergangenen zehn Jahren mit der Folge, dass zahlreiche Deutschlehrer inzwischen an weit auseinanderliegenden Gymnasien Klassen betreuen müssen.
LE MONDE berichtet im Kulturteil ausführlich über die Wiedereröffnung des Bodemuseums in Berlin ("Ambitionierte Museumsinsel spaltet Berlin - Projekt Bode-Museum wegen Kosten und Auswahl der Exponate kritisiert").

II. Wichtige Themen im Einzelnen

China-Besuch Chirac

Einige Zeitungen berichten - neben Fotos von der Begrüßung mit militärischen Ehren - über eine offenbar interne Rede vor Chiracs Unternehmerdelegation, in der er diese zu Mut auf dem chinesischen Markt aufgerufen und eine innergesellschaftliche Veränderung in China durch seine internationale Exponiertheit - Olympiade 2008 und Weltausstellung in Shanghai - vorausgesagt habe.
LA CROIX garniert die Berichterstattung mit Beiträgen zur Rechtsstaatsentwicklung in China (Namensartikel Nicolas Bequelin: "Willkür bleibt die Regel") und über die Arbeit einer NGO gegen die Wüstenausbreitung in Ningxia (CEPA).
LIBÉRATION titelt: "Chirac - armseliger Handelsvertreter" - auf der Linie der kritischen Kommentare, die im Pressebericht vom 25.10.2006 wiedergegeben sind.

Iran

FIGARO zur Mitteilung einer iranischen Presseagentur, dass eine zweite Anreicherungskaskade angelaufen sei, sehr umfangreich (und als Aufmacher beginnend), auch mit einem Bericht aus New York über mühsame SR-Verhandlungen zu Sanktionen ("Der 'langsame Walzer' der VN zur Sanktionsfrage") und einem weiteren zur (weitgehend kritischen) Reaktion im Iran auf einen Aufruf Ahmadinejads an die iranischen Frauen, mehr Kinder zu bekommen.
Zum Thema Iran auch der Leitartikel (Yves Thréard) des Blattes: "Der Iran - täglich gefährlicher": Angesichts der absehbaren Ineffizienz von Sanktionen, ob man sich nun auf sie einigen könne oder nicht, und der Zahnlosigkeit des NVV ("der seine Wirkungslosigkeit an jedem Tag seiner Geltung seit 1970 deutlicher unter Beweis stellt") müsse man andere Wege finden, der Gefahr zu begegnen: "... die Anstrengungen müssen sich darauf konzentrieren, die kriegslüsternen Regimes zu schwächen, sie innenpolitisch in die Defensive, in eine Minderheitsposition, zu bringen."

UNIFIL, Israel

LIBÉRATION schließt sich der kritischen Berichterstattung über UNFIL plus an. Die israelischen Überflüge unter Verletzung des libanesischen Luftraumes seien in den letzten Tagen außergewöhnlich häufig gewesen. Der Zwischenfall mit der deutschen Bundesmarine wird erwähnt, auch die teilweisen israelischen Dementis. Der Zusammenhang "Ungehinderte Überflüge - mögliche bzw. von Israel als gegeben dargestellte Hisbollah-Aktivitäten" wird beschrieben. Dann heißt es: "Unter diesen Umständen beeilt sich Frankreich nicht sehr, Verstärkung zu schicken. Chirac ... hatte 2.000 zugesagt, bisher sind 1.000 eingetroffen, und es gibt noch keinen Termin für die Verlegung weiterer Kräfte."

Zu Israel sorgenvoller Bericht in LE MONDE über "Ein Duft von Korruption über Israel". Hier wird nicht nur die rasch gesunkene Popularität der Kadima-Regierung und ihre geschwächte Stabilität beschrieben, sondern auch die zusätzlich demoralisierenden zahlreichen Affären der letzten Wochen. Allerdings lässt das Blatt letztlich offen, ob die schonungslose öffentliche Anprangerung der Skandale nicht auch eine Stärke der israelischen Demokratie sein könnte.
Im selben Blatt Bericht (nach Agenturmeldung) über das Eingeständnis der israelischen Streitkräfte, im jüngsten Krieg im Libanon Phosphor-Bomben eingesetzt zu haben.

(Quelle: Pressereferat der deutschen Botschaft in Paris)



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