Tipps zum Auswandern u.a. nach Frankreich

Grundlegende Fragen und Antworten zum Thema "Alternative-Ausland", die Sie bei der Vorbereitung einbeziehen sollten:

Warum will ich von Deutschland weg und im Ausland eine Alternative finden? Beispiele hier: 

Ich bin schon einige Zeit arbeitslos, hatte in Deutschland viele Bewerbungsabsagen und möchte es nun einmal im Ausland versuchen. Ich weiß zwar nichts Genaues, habe aber gehört, dass es in einigen Ländern besser sein soll. Aber in meinem Kopf schwirren zu viele unterschiedliche Informationen herum…

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Zwischen Abitur und Studium habe ich einen zeitlichen Leerraum, den ich mit einer Au-Pair-Stelle in Paris, London oder… ausfüllen möchte. Gleichzeitig will ich lernen selbstständiger zu werden, mich in neuen Lebenssituationen zu erproben und meine Sprachkenntnisse verbessern.

In einer globalen Wirtschaftsstruktur genügt mir nicht nur eine gute Ausbildung in Deutschland; ich will auch Auslandserfahrung sammeln und Sprachen lernen, denn das wird von den international operierenden Firmen verlangt. Eine Auslandserfahrung oder ein Praktikum vergrößern also meine beruflichen Chancen.

Ich habe eine gute fachliche Qualifikation oder ein abgeschlossenes Studium und möchte mich für ein paar Jahre in den Dienst von Entwicklungshilfe stellen oder bei internationalen Organisationen arbeiten.

Ich bin leider nur ungelernte/angelernte Hilfskraft, möchte es aber trotzdem im Ausland versuchen, z.B. als Erntehelfer oder als Hilfskraft im Baugewerbe oder sonstige Jobs…

Ich bin Künstlerin und suche für meine kreative Arbeit einen Ruhepol im Ausland.

Wir sind ein Großbetrieb und möchten einige MitarbeiterInnen für eine Zeit lang zu unseren Zweigbetrieben ins Ausland delegieren.

Ich bin Rentner und möchte mit meiner Frau in…. ein Häuschen kaufen/mieten und dort meinen Lebensabend in der Sonne/am Meer verbringen.

Ich bin Schüler und suche im Ausland einen Ferienjob oder Treffen mit internationalem Jugendaustausch.

Ich bin Deutsche, möchte einen Franzosen heiraten und weiß nicht wie das administrativ und mit dem ausländischen Familienrecht abläuft.

Ich möchte ins Ausland, weiß aber nicht, welche Gesetze ich beachten, welche Papiere ich benötige, welche Wege ich gehen muss und wie das Leben im Ausland aussieht.

Ich bin Abenteurer, habe Null-Bock zu Hause und möchte mich einfach mal eine Weile in der Welt herum treiben, ohne bestimmtes Ziel…

Ich habe einen medizinischen Beruf in Deutschland, aber mein Herz hängt privat an Spanien, also möchte ich dort auch arbeiten und leben.

Ich habe mich gerade von meinem Partner getrennt und möchte nun einmal Abstand gewinnen, am liebsten im Ausland…

Ich möchte dort arbeiten, wo andere Urlaub machen…

Und…und…und…

Für welche Alters- und Berufsgruppe ist es leichter oder schwieriger, im Ausland eine Alternative zu finden…?

Zugegeben, die besten Berufschancen im Ausland haben hochqualifizierte Fachberufe im Alter von 25 bis 40 Jahren sowie Menschen mit guten Fremdsprachenkenntnissen! Unterhalb dieser Altersstruktur fehlt es oft an Berufserfahrung, über Vierzig ist man leider oft schon zu alt, da ja auch ausländische Firmen langfristig planen.

Aber sogar Senioren können sich noch im internationalen Senioren-Service nützlich machen. Und wer nicht mehr auf eine berufliche Tätigkeit angewiesen ist, kann auch im vorgeschrittenen Alter seinen Lebensabend im Ausland verbringen, wobei eine komplette berufliche Tätigkeit in diesen Fällen weniger in Frage kommt, als ein von Freizeit und Kultur ausgefülltes Rentnerdasein.

Gute Chancen bestehen für Jugendliche zwischen 14 und 28 Jahren in den Sparten „Schule, Ausbildung, Schüleraustausch, Au-Pair, Ferienjob, internationale Treffen, Auslandsstudium und Universität“. Hier sollten die verschiedenen Förderprogramme beachtet werden, ohne die Eigeninitiativen zu vernachlässigen.

Ganz schwer haben es auch im Ausland jene Menschen und Berufsgruppen, denen es an fachlicher Qualifiktation, an Sprachkenntnissen, an Strebsamkeit sowie an Flexibilität, Durchsetzungs- und Anpassungsvermögen mangelt. Wer durch diese Hindernisse bereits in Deutschland berufliche Schwierigkeiten hat, wird diese Probleme auch nicht durch einen Umzug ins Ausland lösen! Denn Tagelöhner und Hilfskräfte haben die anderen Länder i.d.R. selbst genug, obwohl es Ausnahmen und Nischen gibt.

Freiberufler und Selbstständige (auch Handwerker) sind nicht in jedem Fall vom Arbeitsmarkt abhängig; mit etwas Geld im Hintergrund und vielen guten Ideen können Sie sich auch dort im Ausland betätigen, wo ansonsten der Arbeitsmarkt angepannt ist, aber freiberufliche Initiativen gefragt sind.

Zussammen gefasst: Situationen und Möglichkeiten sind meistens nicht besser und nicht schlechter als in Deutschland. Aber mit mehr Flexibilität und mehr Mobilität und mit „weniger Angst vor der Fremde und den Fremden“ können wir Nischen und Alternativen im Ausland finden.

Grundsätzliche Überlegungen für einen Auslandsaufenthalt

Ein Frage- und Antwortspiel, das Sie bitte genau durchlesen und verarbeiten sollten, bevor Sie sich weiter mit dem Gedanken tragen, Ihr berufliches und/oder privates Glück im Ausland zu suchen:

Frage: "Gibt es denn im Ausland überhaupt Arbeit? Haben die nicht alle selbst genug Arbeitslose, genau wie wir in Deutschland?"

Antwort: "Richtig! Die Arbeit wird weltweit nicht oder nur in bescheidenem Maße mehr! Ein Kuchen kann nicht zweimal aufgeteilt, höchstens etwas vergrößert  werden. Es kommt also darauf an, den Kuchen besser aufzuteilen und sich sein Stück davon zu holen. Das hat u.a. etwas mit Flexibilität des Arbeitsmarktes zu tun, UND mit Flexibilität der Arbeitnehmer. SIE müssen beweglicher werden! Keine Angst vor Neuem! Keine Angst vor Fremdem! Keine Angst vor Umwälzungen, die sowieso kommen, egal ob wir das erkennen oder nicht, egal ob wir das gut heißen und auf den fahrenden Zug aufspringen, oder den Kopf in den Sand stecken und auf dem Abstellgleis landen! Paris, Hongkong oder Südamerika sind heute genauso weit von einander entfernt, wie Berlin von Leipzig oder Hamburg von Hannover. Wenn deutsche Firmen sich Programmierer aus Indien holen, dann hat das seinen Grund. Wenn arabische Ölscheichs sich deutsche Fachleute, oder die USA sich deutsche Forscher holen, dann hängt das einerseits mit dem Bedarf, andererseits mit der Arbeitsqualität und dem Know-How zu tun.

"Sie sprechen hier von so großen Berufen wie hochqualifizierte Techniker, Forscher oder Lehrkräfte. Was aber ist mit den 'kleineren' Leuten, z.B. mit Kellnern, Serviererinnen, Verkäufern, Autoschlossern? Oder mit kleinen Selbstständigen und Freiberuflern, z.B. Handwerkern?"

"Auch die haben die gleichen Chancen! Wenn spanische oder italiensiche Kellner nach Deutschland kommen, dann gibt es bereits heute zahlreiche deutsche Hotel,- und Gaststättenbedienstete, die am Mittelmeer arbeiten, und zwar unter den gleichen Bedingungen und mit den gleichen Rechten wie Einheimische! Und wer ein bisschen Geld im Hintergrund, Ideen im Kopf und Durchsetzungsvermögen besitzt, kann sich auch als Installateur oder als Gastwirt oder als Modedesignerin selbstständig machen. Das ist primär weniger eine Frage von Angebot und Nachfrage, als vielmehr eine Frage des Willens und der Arbeitsqualität. In London stand einmal ein Hotelbesitzer vor der Frage, ob er als Koch einen Deutschen oder einen Briten einstellen soll. Er hat sich für den Deutschen entschieden, weil er mehr Vertrauen in dessen Arbeitsqualität, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit hatte.

"Was ist von so großspurigen Kleinanzeigen in den Stellenangeboten der Tageszeitungen zu halten, die Top-Jobs zu Top-Verdiensten im Ausland versprechen, aber man muss dann erst Geld für 'Broschüren' oder Vermittlungsgebühren bezahlen?"

"Davon halte ich überhaupt nichts! Generell sollte niemals eine finanzielle Vorleistung stattfinden! Wer das verlangt, will an Ihr Geld, hat aber keine Jobs, sondern höchstens ein paar Adressen aus dem Telefonbuch anzubieten! Eine seriöse Firma, die z.B. Montagearbeiter oder Ölbohrer sucht, macht das entweder über seriöse Vermittlungsagenturen, oder mit größeren Zeitungsanzeigen, aus denen auch die Adresse, der Name und der Standort der Firma hervor geht, aber nicht mit obskuren Kleinanzeigen! Selbst weltweit agierende Interims- oder Zeitarbeitsfirmen werden nicht von den Arbeitsuchenden, sondern von den Firmen bezahlt, und zwar erst bei Erfolg, aber nicht als Vorleistung!"

"Was ist, wenn ich Familie habe; kann die Frau dann mitgehen, und wie ist es mit der Schule der Kinder?"

"Erstens: Ich würde die Familie nicht sofort mitnehmen! Erst einmal im neuen Gastland die Lage peilen! Meistens muss sogar die Frage geklärt werden, ob die Frau überhaupt für das (außereuropäische) Gastland ebenfalls eine Aufenthaltsgenehmigung bekommt. Diese ist nämlich nicht automatisch an die Genehmigungen des Mannes gebunden! Schon überhaupt nicht in arabischen und islamischen Ländern! In EU-Mitgliedsländern ist das völlig anders: Hier kann immer die ganze Familie mit und problemlos dort leben, egal ob nur eine Person oder alle arbeiten! Zweitens die Frage der Schule: Nur in bestimmten Ballungsgebieten der Welt (und viel mehr in Europa) gibt es deutsche Schulen! Meistens müssen die Kinder in eine einheimische Schule! Die Frage der Familiemitführung  hängst aber auch vom Zeitraum Ihrer Auslandstätigkeit ab. Das sind delikate Einzelentscheidungen, die an dieser Stelle nicht pauschal in Kürze beantwortet werden können."

"Wird im Ausland mehr oder weniger als in Deutschland verdient? Gibt es dort andere Arbeitsverträge und andere soziale Fürsorge?"

"Als hochqualifizierte Kraft verdienen Sie i.d.R. mehr, weil meistens Zuschläge, Trennungsgeld u.a. hinzu kommen. Dann gibt es Berufe, in denen Sie bedeutend weniger verdienen, ganz abhängig vom übrigen Lebensstandard des Gastlandes. Die Arbeitsverträge und die sozialen Leistungen sind innerhalb der EU - mit geringen Abweichungen - nahezu angeglichen, aber in Nicht-EU-Ländern sehr unterschiedlich und sollten sehr genau angesehen werden. Nicht in allen Ländern der Welt herrscht die gleiche Sozialfürsorge wie - derzeit noch - in Deutschland und der EU. Allerdings hängt dies auch davon ab, ob Sie "entsandte Kraft" (also vorübergehend auf ein bis drei Jahre begrenzt) oder "Ortskraft" (bzw. "Resident") sind, ob Sie also weiterhin im Ausland den deutschen oder den einheimischen Arbeits- und Sozialgesetzen unterliegen.  Diese komplizierte Klassifizierung ist allerdings so umfangreich, dass sie nicht in Kürze an dieser Stelle hier vorgenommen werden kann."

"Werde ich in einem Vorbereitungsseminar in jedem Fall konkret eine oder mehrere Adressen von möglichen Arbeitgebern im Ausland bekommen?"

"Nein, das ist nur in Ausnahmefällen möglich! Eine direkte Vermittlung in eine konkrete Arbeitsstelle ich nicht möglich! Es wird aber darauf hingewiesen, wer diese Vermittlungen vornimmt (z.B. die EU-Abteilung der Arbeitsagentur, oder Zeitarbeitsfirmen).  Im Seminar wird zwar auf alle TeilnehmerInnen einzeln eingegangen, Ihre persönlichen Wünsche und Ziele werden behandelt, aber nur in seltenen Fällen kann der Seminarleiter ganz konkret eine Arbeitsstelle nennen oder eine hundertprozentige Adresse angeben! Das ist auch nicht Sinn und Ziel des Seminars! Das Seminar ist Hilfe zur Selbsthilfe! Sie werden fit gemacht und auf den großen Fluss vorbereitet, damit Sie dann schwimmen können, und nicht beim ersten Sturm gleich die Segel streichen, sondern durchhalten und Erfolg haben! Oder anders gefragt: "Welchen Sinn macht es, Ihnen eine Adresse aus dem Telefonbuch zu geben, aber Ihnen nicht zu sagen, wie die Sozialgesetzgebung und die Lebensverhältnisse eines Gastlandes sind, und welche Voraussetzungen Sie mitbringen müssen, um überhaupt diesen Schritt ins Ausland zu gehen?!"

"Aber ist das was hier gesagt wird, auch für Rentner gültig, die eigentlich nur im Ausland ihren Lebensabend verbringen möchten und garkeine Arbeitsstelle suchen? Oder für Künstler, Schriftsteller, Übersetzer, also für Freiberufler, die nur 'aussteigen und irgendwo in einem anderen Land' ein alternatives Leben führen möchten?!"

"Auch Renter müssen wissen, wie es mit den Mietverträgen oder der Krankenfürsorge im Ausland bestellt ist! Auch Künstler sollten vorher wissen, wie sie an ein Telefon oder einen Internet-Anschluss im Ausland kommen, wie es mit der Aufenthaltsgenehmigung steht oder welche Besonderheiten zu beachten sind, z.B. beim Hauskauf, bei der Abwicklung von Immobilien, beim Vertragsrecht, wie und wo ein KFZ umgemeldet oder zum TÜV gebracht wird und wie man mit der ausländischen Bürokratie umgeht (Bakschisch oder Gesetzestreue), die oft noch schlimmer ist als die deutsche...!"

Kann man im Ausland schwarz arbeiten? Werden dort die Arbeitsverträge und Sozialgesetze genau genommen? Was passiert, wenn man mich erwischt?

In jedem Land gibt es einen schwarzen Arbeitsmarkt. Mitunter in der Bauindustrie, bei Erntearbeiten Saison bedingt, in der Hotel- und Gaststättenbranche und bei Haushaltshilfen. In den EU-Ländern wird das jetzt so strikt kontrolliert, dass die Angst größer ist als der kleine Vorteil. Wer Schwarzarbeit nutzt, hat nur oberflächlich gesehen Vorteile; z.B. gleich abends Geld auf der Hand (wenn sich die "Firma" bis dahin nicht in Luft aufgelöst hat). Beim näheren Hinsehen überwiegen letztlich die Nachteile: Bei Krankheit, Unfall (bis hin zur Invalidität) nicht abgesichert, keinerlei Heilbehandlung und keinerlei Kostenübernahme! Keine Rechtssicherheit; Sie werden nach Belieben gefeuert, müssen gefährliche Arbeiten unter Lohnniveau verrichten, und letztlich reicht das Geld weder für eine gescheite Unterkunft, noch für ein einigermaßen menschenwürdiges Leben! Reich werden dabei nur die Hintermänner und Abzocker. Dass Sie damit auch gewerkschaftliche Bemühungen unterlaufen, steht noch auf einem ganz anderen Blatt. Mit legaler und vertraglich abgesicherter Arbeit haben Sie alle Gewerkschaftsrechte sowie Rechtsschutz bei allen Gerichten und sozialen Einrichtungen des Gastlandes.

Im außereuropäischen Ausland (also auch USA, Kanada, Australien) werden Sie wegen Schwarzarbeit zunächst bestraft, dann des Landes verwiesen. (Haben Sie schon einmal eine Gefängniszelle in der Türkei oder in Singapur ausprobiert?) In den Mitgliedsländern der EU werden Sie und der Auftraggeber mit Geld- oder Gefängnisstrafe belegt, aber nicht ausgewiesen, ausgenommen in schweren Fällen, wenn Sie dem Gastland erheblichen Schaden (auch im Ansehen) zugefügt haben.

Darf ich im Ausland eigentlich auch Gewerkschaften oder Parteien oder Vereinen beitreten? Wie bin ich da gewerkschaftlich geschützt?

In den EU-Ländern ist das eindeutig geregelt: Sie haben die gleichen Rechte - und Pflichten - wie Inländer! Sie dürfen Vereinigungen beitreten, welche gründen, dort wählen und gewählt werden. Außerhalb der EU ist das abhängig von der Staatsform. In einer bürgerlich-parlamentarischen Demokratie ist das etwas anders geregelt als - z.B. - in Diktaturen.

Sie wollen ins Ausland? 

Das kann gut, kann aber auch schief gehen. Letztlich liegt der Erfolg an Ihnen selbst,  an Ihrer Persönlichkeit, an Ihrem Durchsetzungsvermögen, aber vor allem an der Beachtung von Voraussetzungen und an der richtigen Vorbereitung.

Hier eine Liste mit 6 Punkten für die wichtigsten Voraussetzungen.

Wenn Sie bei ehrlicher Antwort zwei dieser Punkte nicht erfüllen, sollten Sie alles noch einmal überdenken oder die Vorbereitungen intensivieren:


 

1.)  Fremdsprachen: Neben gutem Deutsch sollten Sie mindestens im Ansatz zwei weitere Sprachen mündlich kennen. Die Landessprache Ihres Ziellandes müssen Sie in Wort und Schrift beherrschen! Weder ein Studium an einer ausländischen Universität ist mit Sprachbrocken zu bewältigen, noch eine technische oder wissenschaftliche Arbeit in einem ausländischen Betrieb. Selbst wenn Sie "nur" als kleine Angestellte oder als selbstständiger Handwerker im Ausland wohnen, benötigen Sie die Landessprache für Ihre Behördenwege; von Auto ummelden über Verhandlungen mit dem Finanzamt, der Krankenkasse bis zu Gesprächen beim Bäcker. Wer mit Ignoranz glaubt, im Ausland mit Deutsch über die Runden zu kommen, hat das Scheitern bereits vorprogrammiert.Wie steht es mit Ihrer Lernbereitschaft?

2.) Eine gute Ausbildung und fachliche Qualifikation: Was in Deutschland gilt, gilt im Ausland doppelt: Arbeitslose ohne hochwertige Ausbildung hat jedes Land selbst genug! Glauben Sie nicht, wenn Sie in einem afrikanischen Entwicklungsland oder in einem asiatischen Schwellenland arbeiten, wäre eine gute Ausbildung nicht nötig, weil die Einheimischen selbst nicht gut ausgebildet oder "arm" sein würden.  In Indien oder Singapur pflegt man einen enorm hohen Standard, und in Afrika benötigt man keine Schwätzer und keine Hilfskräfte, sondern Macher, Könner und Spezialisten. In arabischen Ölstaaten sind Spitzenverdienste möglich, aber nur für Spitzenkräfte; und in Rio oder Kapstadt sehen Sie - trotz vielen Armutsvierteln - mehr Nadelstreifenanzüge als in London.Wie steht es mit Ihrer Ausbildung und Ihrem beruflichen Standard?

3.) Keine "Altlasten" und keine ungelösten Probleme mit ins Ausland nehmen: Wer zu Hause - private, familiäre oder berufliche - Probleme hat, und glaubt, man könne ihnen davon laufen oder mit ins Ausland nehmen, hat das Scheitern im Ausland vorprogrammiert! Im Ausland gibt es - besonders in der Anlaufphase - genug Schwierigkeiten zu bewältigen; wenn man dann noch von den "Altlasten" eingeholt wird, bricht meistens die Decke über dem Kopf zusammen. Versuchen Sie deshalb zu Hause vorher alles so weit wie möglich abzuklären, um im Ausland Kopf und Hände für den Neubeginn und die Alternative frei zu haben! Ist das bei Ihnen alles geklärt und störungsfrei?

4.) Verwechseln Sie niemals einen - meist angenehmen - Urlaub im Ausland mit "im Ausland ständig leben und arbeiten"!  Das sind zwei völlig unterschiedliche Schuhe! Auch wenn Ihr neuer Arbeits- und Wohnsitz irgendwo in einem Sonnenland oder am Meer ist, so müssen Sie dort zuerst "arbeiten" und sich - wie alle anderen auch - dem normalen Alltag anpassen! Oft muss man mehr als in Deutschland und für weniger Geld arbeiten, um einigermaßen den gewohnten Standard beibehalten zu können! Der Preis für Sonne und Meer ist meistens ziemlich hoch! Hier muss man schnell lernen, alles in "der Waage" zu halten!Sind Sie dazu in der Lage?

5.) Besitzen Sie "Tolerenz, Weltoffenheit und Anpassungsvermögen"? Das sind keine Schlagworte, die hier grundlos geschrieben wurden! Überdenken Sie jedes einzelne Wort! Jedenfalls kommen Sie mit einer Überlegung "Wir Deutschen sind die Größten, wir wissen alles besser, und die Leute meines Gastlandes sollen von uns lernen oder sich anpassen!" im Ausland kaum einen Schritt weiter, oft aber zwei Schritte zurück! Selbst wenn Sie als Entwicklungshelferin oder Ingenieur im Ausland tätig sind (also dem Gastland Technik und Wissen vermitteln), sollte nicht der Holzhammer, sondern Fingerspitzengeführ ihr bestes Werkzeug sein.Fällt Ihnen dieser Wesenszug leicht oder schwer?

6.) Den Koffer packen, und ab ins Abenteuer...? Zugegeben, das "Abenteuer Ausland" hat einen Reiz wie ein Kindheitstraum. Mitunter hat man so die Nase voll, dass man einfach den Koffer packen möchte und nix wie weg! Ich glaube, diesen Gedanken hatten wir alle schon einmal. Trotzdem: Gut vorbereitet ist mehr als die halbe Miete! Sind Sie vorbereitet? Haben Sie genug Kenntnisse über das Land Ihrer Wünsche? Wissen Sie genug über Gesetze, Steuern, Krankenversicherung? Über Preise, Mentalitäten und Lebensalltag?Wissen Sie wie es weiter geht, wenn es mal nicht mehr weiter geht?