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Wichigste Zeitungen in Frankreich, Tagesüberblick

Überblick

Aufmacher: LE MONDE: "Strategie der Kandidaten drei Wochen vor dem Ziel"; LE FIGARO: "Tarifkonflikt bei Peugeot-Aulnay wird in den Wahlkampf gezogen"; LIBÉRATION: "Die Falle Le Pen"; LA CROIX: " Soziale Mehrwertsteuer - umstrittenes Rezept"; LES ECHOS: "Ségolène Royal nimmt ihren Streit mit den Banken wieder auf", zum selben Thema LA TRIBUNE; LE PARISIEN: "Weltrekord eingestellt: 574,8 km/h" ( TGV); L'HUMANITÉ zur Rentenentwicklung.

Überall beachtete Themen der Innenpolitik: Geschwindigkeitsrekord des TGV, Abschiedsbesuch des Präsidenten bei den Streitkräften mit mahnender Rede an seine(n) Nachfolger(in), keine Einschnitte im Verteidigungsbereich zuzulassen, 20 Jahre Privatfernsehkanal TF1 (in dieser Reihenfolge). Aus dem Wahlkampf zu notieren: LIBERATION erinnert an die Gefahr einer "Le-Pen-Überraschung" (wohl vor Allem ihre eigene, linke Leserschaft, in Erinnerung an den 21. April 2002).

Internationale Themen

Iranisch-britische Krise: Weiterhin Berichterstattung, Tenor: allmähliche Aufhellung, Thema allerdings auf die inneren Seiten abgewandert.

Ahtisaari-Plan für das Kosovo: Analysen und Berichte, aber ebenfalls nicht besonders prominent. In LE MONDE kritisiert Daniel Vernet in seiner Kolumne einen von einem regierungseigenen Magazin in Russland ("Revue der Grundsätze der Außenpolitik") publizierten Beitrag, der die mögliche Gewährung der Unabhängigkeit an das Kosovo mit "dem Fehler" der Gründung Israels durch den VN-Sicherheitsrat verglichen habe. "Man darf zunächst daran erinnern, dass die Sowjetunion die erste Großmacht war, die 1948 den neuen Staat anerkannt hat ... - weniger, um dem Volk, das soeben Opfer der Shoah geworden war, eine Heimat zu geben als vielmehr, um den 'britischen Imperialismus' aus dem Nahen Osten zu vertreiben. Dann wird man bemerken, dass die Situationen in keiner Weise vergleichbar sind. Die Schaffung eines unabhängigen Kosovo stellt keinen Nachbarstaat in seiner Existenz in Frage und beraubt auch kein Volk seines Staates. Dass Serbien Mühe hat, sich von einem Gebiet zu trennen, das es als bedeutsamen Ort seiner eigenen Geschichte betrachtet, ist verständlich. Die Serben im Kosovo aber mit den Palästinensern zu vergleichen, ist eine derartige Übertreibung, dass sie dem gesunden Menschenverstand widerspricht. Und unausgesprochen das Gespenst eines nicht enden wollenden Dauerkonfliktes zwischen Serben und Kosovaren heraufzubeschwören, dürfte keinen der Mitgliedstaaten des Sicherheitsrates überzeugen..."

Stärker heute die sich zuspitzende Lage in der Ukraine. Im FIGARO schreibt Präsident Justschenko einen Namensbeitrag: "Warum ich das Parlament aufgelöst habe", dazu weitere Berichte und auch der Leitartikel des Blattes. Justschenko räumt ein, dass sein Schritt eine "äußerste Maßnahme" sei, dass aber in einem nicht lösbaren Institutionenkonflikt in einer Demokratie die Rückgabe der Entscheidung an das Volk nie falsch sein könne und nur von denen angegriffen werde, die sich vor dem Urteil des Volkes fürchten müssten und "den alten Formeln folgen wollten, nach denen unsere politische Zukunft Ergebnis von Hinterzimmer-Intrigen und Komplotten sein würde." Der Leitartikel (Rousselin) ist skeptisch: Die Demokratie habe die Ukraine anders als Polen, Ungarn oder Tschechien nicht auf geradem Wege in den Westen geführt. Das Land bleibe der "russischen Welt" zutiefst verbunden. Nichts spreche dafür, dass die neu ausgerufenen Parlamentswahlen eine andere Mehrheit hervorbringen als die des letzten Jahres. Die Institutionen der Ukraine seien zu Vertretern der verschiedenen Richtungen geworden: Der Präsident der der West-, die Regierung und die Parlamentsmehrheit die der prorussischen Linie. Das verheiße nichts Gutes, die Aufrufe zur Mäßigung aus vielen Hauptstädten zeugten vom hohen Maß der Beunruhigung. Ganz ähnlich der analytische Korrespondentenbericht in LE MONDE.

USA: LE FIGARO sieht nach zwei Bush-kritischen Publikationen früherer glühender Verehrer des Präsidenten aus dem äußeren Republikanerflügel (Vic Gold und Matthew Dowd, letzterer sogar ein Saulus-Paulus-Fall, früherer Südstaaten-Demokrat) den US-Präsidenten bereits in der "fin-de-règne"-Periode angekommen.

LE MONDE berichtet: "Die US-Armee untersucht geostrategische Konsequenzen der globalen Erwärmung" und: "Bush erleidet Rückschlag in der Frage der Treibhausgase".

Wirtschaft

Aufmacher und zwei ganze Seiten zur Frage der "sozialen Mehrwertsteuer" in LA CROIX. Nüchterne, um Objektivität bemühte Darstellung dessen, was eine solche Mehrwertsteuererhöhung mit dem Ziel bedeuten könnte, die Erträge an der Stelle von Sozialabgaben auf Erwerbseinkommen in die sozialen Sicherungssysteme fließen zu lassen. Sarkozy, so das Blatt, sei der einzige Kandidat, der dieses "Experiment" wagen wolle. Bayrou spiele auf Zeit, alle linken Kandidaten lehnten eine Erhöhung der Mehrwertsteuer als unsozial ab, weil sie diejenigen stärker treffe, die einen höheren Anteil ihres Einkommens für den Konsum ausgeben müssten. Der Aspekt, dass " Deutschland es auch so gemacht habe" (gestern stark in der Berichterstattung von LES ECHOS), spielt nur eine Randrolle, wird in LA CROIX teilweise korrigiert: "Die Erhöhung der Mehrwertsteuer in Deutschland am 1. Januar 2007 wurde von einer günstigen Konjunktur getragen; ihr sind strukturelle Reformen vorausgegangen. ... Man kann dieses deutsche Vorgehen mit Blick auf die Vorschläge Sarkozys nicht richtig bewerten, wenn man nicht an die Voraussetzungen erinnert, unter denen sie erfolgt ist." Dann werden genannt: Eine sehr frühe Ankündigung, die den Unternehmen und den Verbrauchern Zeit gegeben habe, sich auf die neue MwSt einzustellen; der Umstand, dass die Erhöhung der MwSt nur etwa die Hälfte der Warenkorbartikel betreffe, die die Verbrauchsgewohnheiten der privaten Haushalte spiegelten, die schonend belastet worden seien; das "Timing" - gute Konjunktur; umfassende strukturelle Reformen, die in den vorhergegangenen Jahren umgesetzt worden seien. Somit könne die MwSt-Erhöhung die Entlastung von Lohnnebenkosten allenfalls verstärken, die ohnehin laufe. Schließlich habe Deutschland die Erhöhung von einer niedrigen Basis aus vorgenommen (16%).

Ähnlich relativierende Kommentierung des Themas heute in LES ECHOS, die u. A. daran erinnern, dass der Auftrag zu einer Untersuchung, ob so die Lohnnebenkosten gesenkt werden könnten, noch von Jacques Chirac stamme, und dass Deutschland von einem sehr viel niedrigeren allgemeinen MwSt-Satz aus erhöht habe als Frankreich es tun müsste.

Deutschland

In LE MONDE (Seite 3, zwei Beiträge mit Foto) schreibt der sicherheits- und verteidigungspolitische Chefredakteur, Zecchini, der vergangene Woche als Gast des Bundesministeriums für Verteidigung verschiedene Einrichtungen der Bundeswehr besucht hat, über die "Innere Führung" als Prinzip und das "Zentrum Innere Führung" in Strausberg im Besonderen. Der Beitrag (auf der Titelseite beginnend) oszilliert zwischen Anerkennung, Skepsis, ob eine Armee aus Soldaten funktionieren kann, die zuerst Bürger mit allen Rechten und erst dann Befehlsempfänger sein sollen, und auch ein wenig Amüsement. Trotz einer Reihe von Elementen, die beim Leser Anerkennung für dieses Prinzip wecken könnten, überwiegt bei Zecchini der skeptische, nicht überzeugte Ton. Das Résumé des Autors ist, dass die Innere Führung letztlich nur der Bewältigung der "Entgleisung" der deutschen Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg diene (Der Beitrag wird eingeleitet mit dem Satz: "Deutschland misstraut immer noch sich selbst und seiner Vergangenheit"). Auf diesen Aspekt hat er offenbar verschiedene Offiziere immer wieder angesprochen, die vermitteln wollten, dass Innere Führung auch an sich und ohne die Erinnerung an die Rolle der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg wertvoll ist; daher sei mitunter, so Zecchini, "eine Spur Irritation angesichts dieser Fragen" zu spüren gewesen. Mit einem weiteren Beitrag über ein Gespräch mit Oberstleutnant Hans-Jürgen von Keyserlingk (dessen Name absichtsvoll in den Vordergrund gestellt wird) und anderen Offizieren der Militärakademie Dresden verstärkt Zecchini den Eindruck, es gehe bei der Bundeswehr immer noch vor Allem um die Frage nach den richtigen Vorbildern aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

FIGARO-Wirtschaft (Wirtschaftskorrespondentin de Corbière) berichtet über die neu aufgeflammte Auseinandersetzung über den Solidarpakt in Deutschland und im Zusammenhang damit auch über den Ost-West-Aspekt der Krippenfinanzierung.

Ferner ein Bericht über Absichten zu einer "Afrikaoffensive" Deutschlands beim Heiligendammer G-8-Gipfel sowie zum "Krippengipfel" in LA CROIX.

(Quelle: Pressereferat der deutschen Botschaft in Paris)



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Wichigste Zeitungen in Frankreich, Tagesüberblick

Aufmacher: LE MONDE: "Strategie der Kandidaten drei Wochen vor dem Ziel"; LE FIGARO: "Tarifkonflikt bei Peugeot-Aulnay wird in den Wahlkampf gezogen"; LIBÉRATION: "Die Falle Le Pen"; LA ...

Pressespiegel vom 03.04.2007

Wahlkampf praktisch in allen Schlagzeilen. LE MONDE: "Nicolas Sarkozy versucht, das Frankreich des 'Ja' und das des 'Nein' zu versöhnen." LES ECHOS: "Nicolas Sarkozy fügt seinem ...

Französische Zeitungen, 02.04.2007

Die Aufmacher widmen sich mehrheitlich Wahlkampfthemen: LE MONDE (Sonntagsausgabe): "UMP und PS sehen den 'Augenblick Bayrou' schon verstrichen"; FIGARO macht mit der Vorlage des VN-Klimaberichtes ...
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