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Französische Zeitungen, 02.04.2007

1. Überblick

Aufmacher mehrheitlich zu Wahlkampfthemen: LE MONDE (Sonntagsausgabe): "UMP und PS sehen den 'Augenblick Bayrou' schon verstrichen"; FIGARO macht mit der Vorlage des VN-Klimaberichtes auf; zweiter Aufmacher: Olmert zu israelisch-arabischer Gipfelkonferenz bereit; LES ECHOS: "Sarkozy-Royal: Neubeginn der Programmdebatte"; LA CROIX: " Rechts - links: Polarisierung schreitet fort"; LIBERATION (mit Fotos der drei bestplatzierten Kandidaten): "Ihre ersten hundert Tage"; LE PARISIEN macht mit Sport auf. Thema in den audiovisuellen Medien, Zeitungen nur spärlich: Schändung von Gräbern im jüdischen Teil eines Friedhofes in Lille (dazu auch Verurteilung durch den Staatspräsidenten; Zusammenhang mit bevorstehendem Pessach wird vermutet).

Wahlkampf heute besonders unter dem Aspekt, dass die beiden Bestplatzierten die Polarisierung über Einwanderungspolitik und Strenge in Fragen der inneren Sicherheit anhand des Themas Ausschreitungen an der Gare du Nord gesucht und mit einigem Erfolg genutzt hätten. Das habe Bayrou geschadet, aber nicht notwendigerweise Le Pen.
Weiteres nicht ganz abgedrängtes innenpolitisches Thema: Rekordversuch des TGV auf der Oststrecke wird in dieser Woche unternommen. Tests zeigten, dass die Marke von 540 km/h überschritten werden könnte.

2. Internationale Themen

Nahost (wie auf der Titelseite des FIGARO), stark beachtet die Rolle der Bundeskanzlerin, auf den Fotos und Bildern aus Jerusalem ist sie überall präsent. Wichtiges Thema auch im Rundfunk am Morgen des 2. April.
Im Zusammenhang mit diesem Thema im FIGARO auch das Ergebnis des informellen Außenminister-Treffens in Bremen (FIGARO-Titel: "EU könnte Direkthilfe für Palästinensische Autonomiegebiete wieder aufnehmen"; FIGARO zitiert dazu Aussage von Bundesaußenminister Steinmeier: "Während einer Phase der Bewertung der neuen palästinensischen Regierung stützen wir uns auf den bisherigen Mechanismus.").
Ebenfalls in diesem Zusammenhang: Ban Ki-Moon zum Libanon nach einer Nahost-Rundreise.

Britisch-iranische Krise weiter stark beachtet, mitunter Titelseitenthema. LA CROIX bringt dazu einen längeren Bericht zur Rolle der Pasdaran. Sie hätten die Gefangennahme orchestriert. Sie werden als "Staat im Staate" beschrieben, mit einer Reihe profitabler Unternehmen, die ihnen Eigeneinnahmen sicherten (z. B. Mercedes-Benz-Verkaufsrepräsentanz im Iran), und ihre Führungsfiguren seien es auch, auf die die VN-Sicherheitsrat Resolutionen 1737 und 1747 besonders abzielten. FIGARO bringt zu dem Thema Kommentare eines iranischen Gesprächspartners (Abbas Abdi), der 1979 unter den Geiselnehmern in der US-Botschaft in Teheran gewesen sei, heute im Oppositionslager stehe und den Iran zur Mäßigung aufrufe.

In den audiovisuellen Medien heute Morgen auch stark: Beben der Stärke 8 bei den Salomonen, Tsunami-Warnung im ganzen Pazifikraum, inzwischen wieder aufgehoben, aber Opfer und Schäden auf den Salomonen und den Marshall-Inseln.

Im FIGARO ferner: "In Kiew meldet sich die 'orangene Straße' zurück - Justschenko macht einen Schritt hin zu vorgezogenen Parlamentswahlen", und Argentinien, wo Nestor Kirchner die Ansprüche auf die Malwinen an die Adresse Großbritanniens erneut angemeldet habe.

In der Wochenendausgabe von LE MONDE eine ganze Reihe weiterer internationaler Themen: Russland: Putin-Lager suche nach Wegen, wie er doch noch einmal zum Präsidenten gewählt werden könnte; Vietnam: Repression gegen die katholische Kirche; Italien: Der Heilige Stuhl setze alle Mittel ein, um die Gesetzgebung zur eheähnlichen Gemeinschaft zu verhindern; Somalia: Kämpfe in Mogadiscio.
Ferner ein analytischer Bericht zur Realität von Produktionsverlagerungen innerhalb der EU; nach Einschätzung des Blattes seien alle Regierungen Mitteleuropas entschlossen, die noch bestehenden erheblichen Unterschiede bei Einkommen, Arbeitnehmerschutz, Umweltauflagen und Sozialgesetzgebung zu verflachen und nicht die erheblichen EU-Hilfen zu einer weiteren Verschärfung ihrer Wettbewerbsvorteile auf diesen Gebieten zu nutzen (ausgehend von einer Wahlkampfäußerung Ségolène Royals, die zur Abflachung der Kostenunterschiede in der Produktion zu einem "Marshallplan" für diese Staaten aufgerufen hatte).

3. Deutschland

LES ECHOS berichtet (Berliner Korrespondent), dass man sich in Deutschland angesichts der französischen Präsidentschaftskandidaten Sorgen um das deutsch-französische Verhältnis mache. Sarkozy und Royal seien zwar beide bemüht gewesen, sich die Popularität eines Fotos mit der Bundeskanzlerin zu sichern, hätten aber nicht unbedingt einen durchschlagenden Eindruck hinterlassen, was das deutsch-französische Verhältnis angeht. Der eine lasse keine Gelegenheit aus, die Besonderheit des Verhältnisses zu relativieren, und Frau Royal ihrerseits keine, die den Deutschen wichtige EZB anzugehen; Frau Merkel habe sich veranlasst gesehen, den EZB-Vorstand demonstrativ in Frankfurt zu besuchen und ihn ihrer Solidarität zu versichern. Schon jetzt gebe es eine Chirac-Nostalgie in Berlin. Und so erkläre sich auch eine (vom Korrespondenten als "wenig konkret" verstandene) Popularität von Bayrou in Deutschland (der dort in Anspielung auf den Romantitel überall "Der dritte Mann" heiße). Die wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Zukunft Frankreichs bereite Deutschland unverändert Sorgen. (Das Blatt bringt heute verschiedene Berichte über schwache Wirtschaftsdaten Frankreichs im europäischen Vergleich und die Wiedergabe einer Diskussionsrunde von Parteisprechern, Unternehmern und Gewerkschaftsvertretern zur Frage: "Kann Frankreich wettbewerbsfähig bleibené?quot;).

(Quelle: Pressereferat der deutschen Botschaft in Paris)



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Wichigste Zeitungen in Frankreich, Tagesüberblick

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Pressespiegel vom 03.04.2007

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