Französischer Pressespiegel 23.03.2007

I. Überblick und Aufmacher

LES ECHOS titelt: Der Himmel öffnet sich zwischen Europa und Amerika (Luftverkehrsabkommen). LIBERATION macht mit der Schmiergeldaffäre bei Total auf und schreibt "Total beschmutzt durch dreckiges Geld".
Nach 1-wöchigem Nichterscheinen aufgrund von Streiks erscheint LA CROIX im Vertrieb mit dem Titel: " Sarkozy verstärkt Schritte zur Laizität".
LE FIGARO beschäftigt sich auf der Titelseite - wie fast alle Zeitungen - mit dem 50. Jahrestag der Römischen Verträge und mit dem Sieg Brian Jouberts bei den Eiskunstlaufweltmeisterschaften in Tokio.
L'HUMANITE macht mit "Und wenn die Franzosen den Schlüssel in der Hand haben…" seine Sonderausgabe zu den Feierlichkeiten 50 Jahre Römische Verträge auf.

II. Im Einzelnen

a) Europa

Fast alle Zeitungen und die Wochenmagazine, die am Donnerstag erscheinen (LE NOUVEL OBSERVATEUR, L'EXPRESS, LE POINT, CHALLANGES) bringen mehrseitige Sonderberichte zum 50. Jahrestag Römische Verträge, das Thema verdrängt viele andere. Es werden dabei sowohl die historische Entwicklung der EU, die Auswirkungen auf Frankreich und die Rolle Frankreichs in der Zukunft beleuchtet. LE FIGARO bezeichnet die Römischen Verträge als "Bibel Europas" und kritisiert die Regierungen, nicht genug Mut gehabt zu haben, der Bevölkerung die wahre Natur des europäischen Projekts zu verdeutlichen. Die Zeitung fordert im Editorial auf die Feierlichkeiten als Anlass zu nehmen, endlich nicht mehr so zu tun, als ob sich nicht geändert habe und den defensiven Diskurs über Europa zu beenden. "Europa ist ein unabdingbares Instrumentarium für unsere Ambitionen".

Fortsetzung der Sonderseite "50 Jahre Römische Verträge" auch in LES ECHOS. In den Berichten werden die Förderung der europäischen Identität im Internet durch die Seiten ".eu" und im Interview sagt Simone Veil die deutsch-französische Versöhnung und deren Verwurzelung seien das wichtigste und zeigt Optimismus für die Zukunft. Die Würdigung wird heute Robert Schumann gewidmet.

Im Namensartikel (LE MONDE) von Maurice Faure, einem französischen Unterzeichner der Römischen Verträge vergleicht er die Situation Europas 1954, nach dem Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft mit der heutigen Situation nach dem "Nein" zur Verfassung und sagt, die Verhandlungsmethoden zu den Römischen Verträgen könnten - heute angewandt - wieder den Fortschritt Europas bedeuten.

LES ECHOS schreibt, Europa verdiene einen "schöneren Geburtstag". Trotz der von der deutschen Präsidentschaft geplanten Feierlichkeiten, lasse sich die Bevölkerung aufgrund von Pessimismus und erneuter Infragestellungen des europäischen Projekts nicht mobilisieren. Dem Inhalt der Berliner Erklärung wird sehr viel Bedeutung zugetragen, da sie möglicherweise einen weiteren Beweis für die Vertrauens- und Identitätskrise Europas darstellen könnte (LES ECHOS).

L'HUMANITE berichtet über die Bemühungen der deutschen Präsidentschaft, die Verhandlungen der EU-VV wieder zu beleben. Die Vorschlag Bundesaußenminister Steinmeiers, während des Wahlkampfes in Frankreich eine strategische Pause zu machen, wird von der Zeitung als positiv gewertet, zumal die führenden französischen Kandidaten Deutschland die Aufgabe nicht erleichterten.

 

b) Internationales

Erneute besorgte Berichterstattung in LE MONDE und LE FIGARO über die Intensivierung der bewaffneten Auseinandersetzungen in Mogadiscio. Junge islamistische Kämpfer kündigten an, dass "der wahre Krieg erst beginne".

LE MONDE berichtet auf Seite 3 ausführlich und kritisch über die Tatsache, dass sich 10% der Fläche Argentiniens in Besitz ausländischer Firmen befinden. Der Unmut der Bevölkerung wachse. Man mutmaße eine Verschlechterung der staatlichen Souveränität, sollte noch mehr Land in die Hände ausländischer Investoren gehen.

c) Wirtschaft

Ausführlicher Bericht über die Schmiergeldaffäre bei Total in LIBERATION. Die Zeitung beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit dem Problem der OECD, ihren Verhaltenscodex zur Verhinderung internationaler Korruption durchzusetzen. Im Editorial schreibt LIBERATION, dass die Zeit, in der es hieß, "was gut für Total ist, ist gut für Frankreich" und in der manche Schmiergeldaffären für unabdingbar und verzeihlich gehalten wurden, mit dem OECD-Verbot vorbei sei. Die alten Entschuldigungen würden nicht mehr funktionieren und seien auf wirtschaftlichem Niveau im Ergebnis sogar eher schädlich als hilfreich. LIBERATION berichtet in diesem Rahmen über jüngst aufgetauchte Gerüchte über Schwarzgeldkassen bei Airbus.

LES ECHOS bezeichnet die gestern erfolge Billigung des "offenen Himmels" durch die europäischen Verkehrsminister als "historisch". Die dadurch möglich gewordene Verstärkung des europäisch-amerikanischen Luftverkehrs wird gelobt.

(Quelle: Pressereferat der deutschen Botschaft in Paris)

 



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