Französischer Pressespiegel 16.01.2007

I. Im Überblick

Schlagzeilen vermischt, aber fast alle um den Wahlkampf kreisend: Sarkozy auf seiner ersten "offiziellen" Wahlkampfreise am Mont Saint Michel ( FIGARO); Steuerthemen im Wahlkampf (LES ECHOS, LIBÉRATION); Sarkozy als Kandidat "will die Menschen auch außerhalb seines politischen Lagers sammeln" (LE MONDE); Demographie in Europa (mit unverändert blendend dastehenden französischen Zahlen, LA CROIX).

Internationale Themen:
Nahost

LE MONDE recht kritisch zur Nahostreise von Secretary of State Rice ("Frau Rice im Nahen Osten 'ohne jeden Plan'"). Das Blatt spart an Kritik ebenso wenig wie die Blätter, die gestern berichtet und analysiert haben: "Diese Reise hat einmal mehr gezeigt, dass der Israel-Palästina-Konflikt keine echte Priorität für Washington ist, das sich vielmehr mit dem Irakkrieg, der iranischen Nuklearfrage - die zwischen Frau Rice und ihren Gesprächspartnern eine große Rolle spielte - und der Krise im Libanon und mit Syrien beschäftigt."
In anderen Blättern heute Meldungen, Frau Rice wolle innerhalb der nächsten drei bis vier Wochen ein Treffen mit Abbas und Olmert zustande bringen. (FIGARO berichtet zugleich, der israelische Wohnungsbauminister habe den Bau von 44 Wohneinheiten in Male Adumim genehmigt und damit bewusst gegen die Road Map gehandelt).

Europaparlaments-Präsident

Hans-Gert Pöttering löst Josep Borrell als EP-Präsident ab:
Berichte in allen Zeitungen. Tenor im Ganzen nüchtern, aber ein skeptischer Unterton angesichts dieser (seit 1979 praktisch ununterbrochen eingehaltenen, die kleineren Gruppen benachteiligenden) Absprache zwischen den großen Fraktionen des EP fehlt in keinem der Berichte.

Postliberalisierung

LE MONDE veröffentlicht ein Interview mit dem Beigeordneten Minister für Industrie, Francois Loos, über die Liberalisierung der Postdienstleistungen. Kritischer Ton: "Ich habe bei meinem deutschen Amtskollegen schon die Zusicherung erreicht, dass er der Abstimmung genügend Zeit gibt, um zu einem breitestmöglichen Konsens zu kommen. - Die Möglichkeit, einen einheitlichen Preis der Briefmarke für individuelle Sendungen auf dem ganzen französischen Territorium zu erhalten, ist für mich sakrosankt, nicht verhandelbar." LES ECHOS greifen dasselbe Thema auf: "Im Angesicht der Konkurrenz modernisiert die Post die Berufsbilder". Umfangreiche Analyse über Management- und andere Reformen der französischen Post.

Spanien: ETA-Politik Zapateros

Weiterhin überall als Bericht präsent. LIBÉRATION etwas umfangreicher als die anderen. Das Blatt berichtet über bereits eingetretene Schäden für die regierenden Sozialisten. Die öffentliche Meinung Spaniens habe offenbar das Urteil "naiv" gefällt über die sehr optimistisch angegangenen Verhandlungen mit den baskischen Unabhängigkeitsgruppierungen; die Opposition versuche, durch weiteres Bohren in der Wunde für die Kommunal- und Regionalwahlen weitere Vorteile herauszuholen. Schon im Herbst 2006, sagten Beobachter, sei die Wiederbewaffnung der ETA feststellbar gewesen. Die Konservativen unter Rajoy verweigerten jede Kooperation und verlangten, dass Zapatero sich zum Alleinschuldigen erkläre. Diese politische Spaltung der großen Parteien angesichts des Terrors sei ein Novum in der spanischen Demokratiegeschichte.

Wirtschaftsthemen

Auf den Wirtschaftsseiten heute Berichte über Schwierigkeiten der polnischen Wirtschaft, die EU-Finanzen zu absorbieren (FIGARO-Wirtschaft: "...unter Anderem wegen Arbeitskräftemangels in Polen.") und über Maßnahmen in Frankreich und Belgien gegen "Armutsimmigration" aus neuen EU-Mitgliedsstaaten.

Deutschland

LE MONDE berichtet noch über "heftige Reaktionen" auf die Einrichtung einer Scientology-Dépendance in Berlin.
LA TRIBUNE berichtet, " Deutsche Börse" scheine auf dem Parkett vom "Raubtier" zur "möglichen Beute" mutiert zu haben. Das Blatt untersucht auch innereuropäische Migration gut Ausgebildeter (Irland und Deutschland führten als 'Auswanderungsländer'; ähnlicher Bericht - hier mit entsprechenden Feststellungen zu Frankreich - im PARISIEN).
LES ECHOS berichtet zum Führungsstreit in der CSU.

Diverses

Verschiedene Berichte, nach denen jetzt zugänglich gewordene britische Regierungsakten darauf hindeuteten, dass am 10. September 1956 der französische Ministerpräsident Guy Mollet London eine " Union" zwischen Frankreich und Großbritannien vorgeschlagen habe. Das sei von Premierminister Eden zwar abgelehnt worden, aber die Aufnahme Frankreichs ins Commonwealth habe Eden nach diesen Akten als Möglichkeit bezeichnet. "Herr Mollet sah keine Schwierigkeiten, auch nicht darin, dass Frankreich Ihre Majestät als Staatsoberhaupt akzeptieren müsste."

(Quelle: Pressereferat der deutschen Botschaft in Paris)



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Französischer Pressespiegel 19.01.2007

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Zusammenfassung der wichtigsten Zeitungen 17.01.2007

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Französischer Pressespiegel 16.01.2007

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