Französischer Pressespiegel 23.02.2007

Uneinheitliche Themen auf den Titelseiten, im Wesentlichen Innenpolitik. Andere Themen nur in den Aufmachern von LE MONDE ("Nicolas Sarkozy fordert Europa auf, seiner Krise mit Aufrichtigkeit zu begegnen") und LES ECHOS (" Airbus Hauptthema der Begegnung Merkel-Chirac").

International

Blaesheim-Begegnung: Bundeskanzlerin Merkel - Präsident Chirac

Heute morgen in allen Rundfunknachrichten angekündigt. Ausschließlich genanntes Thema: Airbus. Auch die Wirtschaftsseiten der Zeitungen sehen Airbus als --das-- Thema der Begegnung. Nur LES ECHOS weitet den Blickwinkel etwas, indem es im Leitartikel mahnt, Chirac und Merkel hätten die Verpflichtung, mit gutem Beispiel in der industriepolitischen Zusammenarbeit voranzugehen; auf diesem Gebiet herrsche in Europa allgemein nur argwöhnische Konkurrenz, keinerlei gegenseitiges Vertrauen ("europäische Champions ja, aber nicht beim Nachbarn"). Jacques Chirac treffe die Verpflichtung, Frau Merkel noch nach seinen Kräften zu unterstützen, damit der Verfassungsprozess in der deutschen Präsidentschaft so weit wie möglich gefördert werde, so wie es die Deutschen sich zum Ziel gesetzt hätten.

Nahost

Berichte über das Quartett-Treffen in Berlin in den Zeitungen schwach, im Rundfunk (gestern) ein wenig stärker. Kurzbericht in LE MONDE kritisch: "Zerstritten über die Haltung gegenüber der neuen palästinensischen Regierung der nationalen Einheit, konnte das Quartett sich auf keine konkreten Schritte einigen und wiederholte daher Bekanntes." Benjamin Netanyahu im FIGARO-Interview: Nur verschärfte Sanktionen gegen den Iran könnten militärische Maßnahmen vermeiden. Räumung Gaza sei falsch gewesen. Weitere Gespräche mit den Palästinensern ohne Anerkennung Israels sinnlos.

Italienische Regierungskrise

Breite Berichterstattung. LE MONDE (erschienen 22.02. nachmittags) zeichnet die Regierungszeit Prodis nach, betont auch das starke Engagement "zurück nach Europa" und befasst sich mit den Alternativen zu einer Regierung unter Prodis Führung. Die anderen Blätter stehen schon stark unter dem Eindruck, dass wohl Prodi auf Prodi folgen werde, so heute morgen der Tenor.

Iran

El-Baradei-Bericht heute Morgen in den audiovisuellen Medien und in den Zeitungen (Berichte, noch ohne Reaktionen).

EU

Vereinzelt Berichte über die Rede Sarkozys zu Europa in Straßburg, LE MONDE meint: Voller Widersprüche, keinerlei Konzept: "Monsieur Sarkozy macht sich der Reihe nach die pro-europäischen Akzente eines Francois Bayrou, die euroskeptischen eines Nicolas Dupont-Aignan und die globalisierungsfeindlichen eines José Bové zu eigen. Damit versucht er wohl weniger, die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zusammenzuführen als vielmehr, sich über dem Wasserspiegel der Widersprüche zu halten, mit denen sich seine Partei quält. Vielleicht auch der Präsidentschaftskandidat selbst.".
Bericht im FIGARO, dass französische Bemühungen, das " Soziale Europa" in die 50-Jahre-Erklärung zu bringen, stockten. Frankreich sei die Vorkämpferin des "Sozialen Europa" unter den 27, habe aber Mühe, seine Partner mitzureißen. Gestern habe der französische Minister für Beschäftigungsfragen, Larcher, in Brüssel unter seinen Kollegen für "die triumphale Rückkehr des sozialen Gedankens nach Europa" geworben. "Aber in einer Union der 27, nach den Erweiterungen noch marktwirtschaftlicher gestimmt, überzeugen seine Worte nur eine Minderheit von Mitgliedstaaten." Frankreich habe zu diesem Thema ein Schreiben entworfen, das aber nur neun Mitgliedstaaten (Frankreich, Belgien, Luxemburg, Italien, Spanien, Griechenland, Zypern, Ungarn, Bulgarien) unterschrieben hätten. Es enthalte einen Satz, den diese neun gerne in der 50-Jahre-Erklärung von Berlin sehen würden: "Seit der Unterzeichnung der Römischen Verträge vor fünfzig Jahren ist die soziale Dimension immer eines der wesentlichsten Anliegen der europäischen Integration gewesen." Eine Mehrheit habe sich dem nicht anschließen wollen, "darunter vor Allem" Großbritannien, Polen und Deutschland. Der deutsche Arbeitsminister habe zwar in Brüssel auf den zu geringen Stellenwert des Sozialen in Europa hingewiesen, und auch die Idee einer "Sozial-Präambel" für den EU-Verfassungsvertrag werde von Deutschland nicht aufgegeben. Angesichts der Umstände aber, dass Deutschland selbst ein etwas anderes Sozialmodell habe, nicht einmal einen allgemeingültigen Mindestlohn kenne und außerdem der Wind in Europa zur Zeit gegen solche Initiativen wehe, seien der deutschen Präsidentschaft in dieser Hinsicht die Hände gebunden.

(Quelle: Pressereferat der deutschen Botschaft in Paris)



Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5

Französischer Pressespiegel 28.02.2007

Abbau von 10000 Arbeitsplätzen bei Airbus, Staatsanwalt des IGH will Strafverfolgung für Darfur eröffnen, Sturz der Börse in Shanghai, Gewerkschaftsstudie über die mangelnde Einhaltung von Arbeitsnormen in der EU

Französischer Pressespiegel 27.02.2007

Iran fordert den Westen heraus, Sorge nach anti-französischem Attentat in Arabien, Wahlen in Senegal, Wahlkampf: Skepsis gegenüber Meinungsumfragen, Sanierungsplan bei Airbus, europäische Verfassung

Französischer Pressespiegel 26.02.2007

Einwanderung aus mitteleuropäischen EU-Staaten nach Frankreich, Beziehungen zwischen Deutschland und Polen, das iranische Nuklearprogramm, Wahlkampf und Berichte über die vier wichtigsten Präsidentschaftskandidaten

Französischer Pressespiegel 23.02.2007

Uneinheitliche Themen auf den Titelseiten, im Wesentlichen Innenpolitik. Andere Themen nur in den Aufmachern von LE MONDE ("Nicolas Sarkozy fordert Europa auf, seiner Krise mit Aufrichtigkeit zu ...
Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5