Postverkehr in Frankreich

Post:

Poststellen sind von 9 - 12 und von 14 bis 16 Uhr in Orten, in Großstädten mitunter ab 08.3o bis 17 oder 18 Uhr geöffnet; in sehr kleinen Orten oft nur morgens für zwei Stunden eingeschränkter Post-Service im Tante-Emma-Laden. Das Hauptpostamt in Paris (52, Rue du Louvre) hat für den kompletten Post-Service an allen Tagen und Nächten durchgehend geöffnet. Briefmarken gibt es am Postschalter, in Tabak-Läden und aus Automaten. Ein Normalbrief (bis 20 Gramm) für Frankreich, Europa und Deutschland wird mit einem Einheitspreis (leicht niedriger als in Deutschland) frankiert. Wegen häufiger Preiserhöhungen wird der Preis nicht mehr auf die Marke gedruckt; die Marke zeigt nur noch den Kopf der französischen Marianne. Erfahrungen zeigen, dass Briefe und Karten nach Deutschland zwischen zwei Tagen und einer Woche benötigen.

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 Briefe sollten immer mit dem Vermerk (oder dem Aufkleber) Prioritaire oder Air-Mail versehen werden, sonst werden sie noch langsamer, nämlich als Drucksache behandelt. Für schwerere Briefe und Päckchen hält die Post vorgefertigte und bereits frankierte Euro-Vorlagen bereit. Die Mehrheit der Poststellen kann auch als Postbank und Postsparkasse benutzt werden (teils mit Geldautomaten für alle gängigen Bank-, Postbank- und Kreditkarten). An vielen Poststellen größerer Orte müssen Sie am Eingang eine Nummernmarke ziehen und auf den Aufruf warten! Da ist oft Zeit und Geduld gefragt! Noch ist die französische Post staatlich.

Postvollmacht:

Juristisch ist eine Postvollmacht (Procuration) auch in Frankreich von ungeheurer Wichtigkeit. Wenn Sie nämlich zur Annahme eines Schriftstückes verhindert sind und niemand mit Ihrer Postvollmacht ausgestattet ist, wird der Einschreibebrief auf dem Postamt liegen bleiben und die Benachrichtigungskarte landet in Ihrem Briefkasten. In diesem Moment gilt das Schreiben rechtlich an Sie als zugestellt, egal ob Sie es jemals zu Gesicht bekommen bzw. deren Inhalt zur Kenntnis genommen haben oder nicht! Wenn es sich - wie meistens - bei diesem Schriftstück aber um eine polizeiliche oder gerichtliche Vorladung, eine Kündigung, eine Zahlungsaufforderung oder um andere Wichtigkeiten handelt, können Sie sich bei einer Vernachlässigung Ihrer Angelegenheiten oder bei Termin-Versäumnis nicht damit heraus reden, den Brief “nicht erhalten” zu haben. Französische Behördenbriefe werden nicht ins Ausland nachgeschickt! Dies hat besonders auf dem französischen Immobilien-Sektor für Deutsche in Frankreich schon zu erheblichen Nachteilen geführt, bis hin zu hohen Nachzahlungen oder Inhaftierung bzw. Beschlagnahme von Eigentum, da die Eigentümer ihre postalischen und finanziellen Angelegenheiten vernachlässigt und sich sorglos für längere Zeit außerhalb Frankreichs aufgehalten hatten. Sind Sie nämlich “postalisch” nicht auffindbar und haben auch keine Vollmacht hinterlegt, können Sie auch in Frankreich zur Aufenthaltsermittlung bis zur Verhaftung ausgeschrieben werden. Eine “Postvollmacht” nehmen Sie mit den beiden Personaldokumenten UND der/dem Bevollmächtigten auf Ihrem zuständigen Zustell-Postamt gegen eine geringe Gebühr vor. Diese Vollmacht beschränkt sich nur auf den Postverkehr, nicht auf andere Absprachen oder Aufgaben! Sie kann jederzeit widerrufen werden.

Nachsendeanträge, postalische:

Einen postalischen Nachsendeantrag ( Service Réexpédition) in Frankreich nehmen Sie mit einem Personaldokument auf Ihrem bisherigen Zustell-Postamt oder jedem anderen Postamt mindestens zehn Tage vor der ersten Nachsendung vor. Der bei einem Wohnungswechsel für sechs Monate - Réexpédition définitive - (und für weitere sechs Monate verlängerbare) Antrag kostet etwa 25 Euro Gebühr. Sie können den Antrag auch auf eine kürzere ( Urlaubs)zeit befristen (Réexpédition temporaire). Auf den gleichen Antrag können Sie mehrere Familienmitglieder oder zum gleichen Haushalt gehörende Personen benennen. Jede dieser Personen muss den Antrag unterschreiben; am Schalter benötigen Sie allerdings nur ein Personaldokument. Am Postschalter bekommen Sie auch 20 Postkarten (cartes dispensées d’affranchissement), mit denen Sie kostenlos Ihre neue Adresse bekannt geben können. Außerdem stehen Ihnen fünf große Briefumschläge (Prêt-à-Poster Réexpédition) kostenlos zur Verfügung, in denen Ihre Post von einer Vertrauensperson an Sie nachgeschickt werden kann. Nachsendeanträge an eine postlagernde Adresse sind nicht möglich. Wegen der juristischen Wichtigkeit postalischer Nachsendeanträge beachten Sie bitte den Hinweis Postvollmacht