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Jedem Neuanfang wohnt ein Zauber inne –
Bis zu welchem Punkt?                 
                                
Spiegelbild
Heiter sollst Du schreiten von Raum zu Raum, an keinem wie an einer Heimat hängen. Das ist das Leben mit dem der moderne Arbeitnehmer zurecht kommen muss.
Bis zu welchem Punkt?

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Natürlich wohnt jedem Neuanfang ein Zauber inne. Natürlich ist man auch gespannt  auf das Unbekannte, das einem begegnen wird. Natürlich sagt man sich: ich werde mich der Aufgabe stellen. Mal sehen was kommt, es ist doch gut flexibel und offen zu sein. Und der Horizont wird sich sicher erweitern. Trotzdem schwingt Angst vor dem Unbekannten in der Luft.

Wer redet von Wurzeln, die man gerade geschlagen hatte an einem Ort. Dass man gerne wissen möchte, wo man in den nächsten Jahren leben wird.

Wer redet von den Frauen, die ihren Männern folgen an jeden Arbeitsplatz und das an jede Stelle der Welt. Wer redet von den Frauen, die für die Familie das Netzwerk jedes Mal von neuem errichten, auch wenn sie mit zunehmendem Alter müder werden. In der Krise liegt also die Chance?

So habe ich mir gesagt, ich nehme diesen neuerlichen und unverhofften Umzug als Möglichkeit mir Aufgaben zu stellen, die sich aus der neuen Umgebung und dem neuen Leben ergeben. Und ich werde bewusst Dinge nicht mehr machen, die mich zuvor gefangen hielten.

Durch entstehende Lücken ergab sich die Zeit genau hinzublicken auf die neue Umgebung. Nicht nur, dass sich durch die wenigen persönlichen Gespräche zu Beginn viel Zeit ergab für die Formulierung eigener Gedanken. Paris ist eine Stadt der Gegensätze, die mich sowohl  zu einer Themenfotografie inspirierten als auch dazu meine Gedanken und Beobachtungen aufzuschreiben. Nur habe ich mich nie hierfür in ein oder das Cafe de Flore gesetzt. Zu sehr war ich auf den Beinen in der Stadt, immer wieder begeistert von den Eindrücken, die sich boten.

Collage 1 Collage 2
Collage 3 Collage 4

Paris ist ein Spiegel der Zeit. Der Mensch, der in einer romantischen Welt leben möchte und aber in der hektischen, immer unpersönlicher werdenden Welt gefangen ist. Immer wieder fielen mir die Gegensätze auf. Zum Beispiel wird in Paris wird viel Wert auf Dekoration gelegt – jedenfalls im Paris des Geldes… Bis hin zu den Bürgern, die sich so gut sie können dekorieren. Auf der anderen Seite der galante Verfall und der leicht unordentliche Zustand. Eben genau dies hat mich zu einer Collagenfotografie geführt. Inspiriert durch die vielen schönen Details, die in Paris gepflegt werden.

Fragen stellten sich: Wie zum Beispiel wirken sich die Folgen der Ganztagsschule aus. Wie gestaltet sich das Familienleben, wie die Rolle der Väter in Frankreich. Warum sieht man in Paris nie eine offene Flasche Alkohol an der Hand eines Fußgängers der in Lohn und Brot ist? Wohl aber in Deutschland. Wodurch lesen Pariser in der Metro Taschenbücher, der Hamburger, wenn es hoch kommt nur die Bildzeitung. Welches Gefühl habe ich, wenn ich an die 1944 von Deutschen ermordeten französischen Helden  durch die vielen Hinweisschilder erinnert werde?

Einsamkeit am Tage hat ihre Vorteile. Wie gesagt: in der Krise liegt die Chance – und jedem Neuanfang wohnt ein Zauber inne. Man muss  Mut und genug Kraft haben. Ich persönlich musste mir über die Art der Wurzeln klar werden, die ich benötige. Es ist sicher eine andere Art des Lebensgefühls, als wenn man sein Leben lang in einem 3000-Seelen-Kaff  gelebt hätte. Und Flexibilität  ist sicher die Zukunft mit der wir alle werden leben müssen.

Inge Löwenfeld-Simon

Die Autorin des Textes, Inge Löwenfeld-Simon, ist studierte Biologin und wurde 1960 in Offenbach geboren. In ihren Arbeiten trägt sie die Eindrücke vieler Reisen in Form von Fotografien, Gedanken und Gemälden zusammen. Die Neugierde und die Faszination am genauen Hinsehen findet sich sowohl in ihrer floralen Makrofotografie als auch der Themenfotografie wieder. Daneben gestaltet sie Briefkarten und Fotocollagen der Pariser Themen als Postkarten.
Mehr Informationen über die Arbeiten findet man auf der Internetseite www.post-art-online.de.

Ausstellungen:

2004 Teilnahme an einer Gemeinschaftsausstellung der Blankeneser Kunstschule am Hamburger Konservatorium
12/2006 Bailly (bei Paris) Collagen und Weihnachten
2/2007  evangelische Gemeinde Paris