Erfahrungsberichte von Sprachkursteilnehmern

  • Internationale, also gemischte Klassen mit Schülern aus mehreren Nationen bringen Vorteile. Man muss sofort und laufend in Französisch denken und sprechen. Achten Sie darauf, nicht in reine „deutsche“ Klassen zu kommen. Der deutsche Gruppenzwang ist ohnehin schon größer als nötig. Sprechen Sie bei jeder Gelegenheit Französisch, auch mit eigenen Landsleuten, nicht nur im Unterricht, auch in der Freizeit. Das mag nur zu Beginn komisch oder ungewohnt erscheinen; später geht es in wirksame Gewohnheit über. Untersuchungen lassen den Schluss zu: Die Wirksamkeit eines Sprachkurses wird um bis zu 50 Prozent erhöht, wenn die „Heimatsprache“ total abgelegt und nur die zu erlernende Fremdsprache benutzt wird!

weiter lesen ...

  • Etliche Schulen versprechen Sprache undFerien bzw. viel Freizeit! Aber dabei können Schulnoten selten verbessert werden! Meist werden (außer bei Intensiv- und Geschäftskursen – oft mit Einzelunterricht – ) die Teilnehmer nicht allzu sehr gefordert, denn die Schule möchte auch dem Ruf der guten Freizeit- und Feriengestaltung Rechnung tragen. Will man effektiv die Schulnote verbessern, muss man sich eben entscheiden: entweder Segel- und Pony-Ferien, oder intensiver Französisch-Kurs. Wer aber sein Kind nur „gut über die Ferien“ bringen will, der ist bei der „Mischung“ gut aufgehoben. Moderne Sprachreise-Veranstalter bieten heute alles an: sowohl den effektiven Intensivkurs, wie auch den „gemischten Ferien-Kurs“. Hier liegt es an Ihnen, die Angebote gründlich und kritisch zu durchforsten, und erst dann sich finanziell zu engagieren.
  • Vor Vertragsunterschrift erkundigen Sie sich erst konkret und mit schriftlichem Nachweis, wie hoch die Klassenbelegung ist (Klassen mit mehr als 12 Teilnehmern bei einer Lehrkraft können kaum wirklich effektiv sein), 8 bis 12 Teilnehmer sollte die noch vertretbare Norm sein. Informieren Sie sich über die Unterbringung (z.B. in Schülerwohnheimen oder bei Gasteltern). Wie viele Schüler welcher Nationen wohnen in einer Gastfamilie? Habe ich ein Reiserücktrittsrecht unter welchen Bedingungen? Wie ist die Verpflegung geregelt? Wie weit ist die Schule von der Unterbringung entfernt? Welche Verkehrsmittel und welche Zusatzkosten bestehen? Wie sind die Versicherungsfragen geregelt? u.v.a.m.
  • Fast alle Schulen von Sprachreiseveranstaltern bieten „Kontakte mit Einheimischen“ an. Dies ist ein relativer aber äußerst wichtiger Begriff! Durch die Kontakte mit einheimischen Franzosen soll schließlich nicht nur die Sprache geübt und verbessert sowie der Unterricht praktisch ergänzt, sondern auch Landes- und Sozialkunde vermittelt werden. Diese Kontakte mit Einheimischen sind also ein entscheidender Baustein im Programm! Bestehen nun diese „Kontakte“ nur aus einem gelegentlichen Besuch eines Bistros oder im örtlichen kleinen Supermarkt, dann dürfte das als ungenügend gelten. Einige Sprachschulen veranstalten Disco- und Kennenlern-Partys mit einheimischen französischen Jugendlichen. Andere Schulen gehen soweit, auch den Besuch einer Gerichtsverhandlung, Besuche auf Postämtern und Banken, Diskussionen mit französischen Schülern oder Erwachsenen zu aktuellen Themen ( Arbeit, Soziales, Politik, Mode, Unterhaltung, Umwelt, u.a.) zu organisieren. Hier bietet sich also ein weites Programmspektrum, über das Sie sich vorher informieren sollten. Denn bei den nicht gerade niedrigen Kurs-Gebühren sollte zwar der Lernerfolg Priorität haben, aber auch die Kultur nicht zu kurz kommen.
  • Und denken Sie daran: Jede in Deutschland gebuchte Sprachreise unterliegt genau wie andere ( Urlaubs) Reisen dem Deutschen Reiserecht. Dies bedeutet für den Verbraucher, dass er wegen Nichterfüllung bestimmter Vertragspunkte vor einem deutschen Gericht gegen den Reiseveranstalter klagen und Wertminderung bzw. Schadenersatz bekommen kann, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Wichtig bei einer Sprachreise ist es deshalb, alle Vertragspunkte schriftlich abzufassen und zu kontrollieren. Hier aber besteht leider die Gewohnheit, die positiven Seiten eines Sprachkurses in dicken und wohlklingenden Sätzen und bunten Bildern groß anzuzeigen; dagegen bleiben die Vertragsfeinheiten und Klauseln oder Haftungsbeschränkungen all zu oft im Kleingedruckten versteckt. Aber gerade in diesen Details steckt der Teufel..., allerdings nicht nur bei einigen Sprachschulen.
  • Profitieren Sie von jeder Gelegenheit, den französischen Wortschatz zu üben, damit zu experimentieren, zu erweitern. Selbst die sogenannten selbstverständlichen Kleinigkeiten des Alltags helfen dabei: Werbesäulen betrachten, Straßenschilder, Schaufenster und Werbeanschläge beachten; französische Zeitungen (>>> Seite....) und Illustrierte lesen (oder anfangs wenigstens darin herum blättern und die Texte mit den Fotos in Zusammenhang bringen). Gehen Sie ins Kino, schauen Sie französisches TV (>>>Seite:....), oder ein Theaterbesuch, auch wenn Sie in der Anfangsphase nur „Bahnhof“ verstehen! Sprache ist wie ein wunderschönes Mosaik: täglich fügen Sie neue Steinchen hinzu!
  • Auch im Französischen gibt es Dialekte (genannt: Argot bzw. Patois). Das Nord-Süd-Gefälle von der Normandie über Paris bis zu den Akzenten der Vogesen oder von Marseille ist enorm. (Schließlich ist das in Deutschland zum Beispiel zwischen Rheinländern, Sachsen, Berlinern und Bayern nicht viel anders). Hinzu kommen Schweizer, Belgier, Kanadier, die zum Teil sogar völlig andere Wortbegriffe kennen; das rauhe, gurrende Französisch der arabischen Staaten, das „Taubengezwitscher“ aus Schwarzafrika. Und nicht vergessen: In Teilen Frankreichs spricht man „Bretonisch“, „Okzitanisch“, „Korsisch“ oder „Provencal“. Versuchen Sie im Laufe der Zeit, die einzelnen Dialekte und Unterschiede festzustellen, vielleicht sogar nachzuahmen, je nachdem, in welcher Region Frankreichs Sie leben, arbeiten oder studieren möchten, oder in welcher Region der Erde Sie vielleicht einmal mit Französisch sprechenden (Geschäfts)partnern zu tun haben werden.
  • Auch bei den Schreiberlingen der Zeitungszunft, also bei Journalisten und Redakteuren, herrschen Unterschiede. Vergleichen sie einmal den Sprachstil zwischen Le Figaro, Le Monde und Liberation. Ist bei einer Zeitung der Sprachstil auf den populären und nicht zu anspruchsvollen Leser-Bedarf zugeschnitten, so braucht man z.B. zum Verständnis von Le Monde nahezu ein Universitätsstudium über Politik und Ökonomie, oder bei Liberation das Gehabe französischer Intellektueller mit philosophischem Verstand. Schließlich ist das in Deutschland nicht anders: so wenig wie man Äpfel mit Birnen vergleichen kann, so wenig kann man den Sprachstil und die Leserschaft von BILD, FAZ, TAZ, Super-Illu oder Frankfurter Rundschau in einen Topf werfen.
  • Oder öffnen Sie einmal sehr genau die Ohren bei Diskussionen in den Intellektuellen- und Studentencafes der französischen Universitätsstädte, oder Freitagabends in den Arbeiterkneipen des Pariser Nordostens, bei den Fischern und Hafenarbeitern von Brest oder Marseille, bei den – fast unverständlichen – Bauern der Vogesen oder den harten Sätzen der Winzer zwischen Cognac und Bordeaux. Bekommen Sie trotzdem keine Minderwertigkeitskomplexe und verlieren Sie bitte nicht die Lust am Lernen, wenn Sie nicht gleich zu Beginn Ihres Frankreichaufenthaltes alle diese Dialekte und Unterschiede verstehen oder einordnen können; der Autor dieses Buches gibt zu, auch nach ungezählten Reisen kreuz und quer durch Frankreich hat er diese vielen Dialekte zwar schmunzelnd – mitunter auch verzweifelt - zur Kenntnis genommen, aber gelernt hat er sie auch nur in Ansätzen.
  • Die in Frankreich ansässigen deutschen Goethe-Institute haben in ihren Leihbibliotheken zweisprachige Bücher deutscher und französischer Autoren sowie verschiedene Zeitschriften. Die Publikationen können teils ausgeliehen, teils im Lesesaal eingesehen werden.