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Frankreich: Pressespiegel 05.04.2007

Überblick

Freilassung der britischen Gefangenen im Iran auf allen Kanälen und in allen Zeitungen (wobei ausführlich über die Motive gerätselt wird), allerdings nur vereinzelt auf der Titelseite. Aufmacher FIGARO: "Der Iran lässt die britischen Marinesoldaten frei, behält aber einen Franzosen"; LA CROIX (zweiter Aufmacher): "Geiseln einer Geiselnahme". LE MONDE macht mit ihrem heutigen Le-Pen-Interview auf: "Angst, Gefühle der Erniedrigung: Der Humus der Le-Pen-Stimmen"; Le Pen ist auch im FIGARO zweiter Aufmacher (Hinweis: Das Thema, dass Le Pen möglicherweise überraschend stark abschneiden könnte, weitet sich von der linken Presse, die Anfang der Woche damit begonnen hatte, nun auf alle Medien aus). LIBÉRATION macht mit einem Redaktionsbesuch und Interview von Bayrou bei ihr auf, LES ECHOS mit guten Beschäftigungsprognosen für Frankreich (nach Statistiken der Arbeitslosenversicherung; Thema heute verbreitet auf den Wirtschaftsseiten).

Internationale Themen

Das Rätselraten über die Schlüsse bzw. Lehren, die aus der unvermutet raschen Freilassung der britischen Marinesoldaten gezogen werden könnten, ist weit verbreitet. Leitartikel im FIGARO (Rousselin), ebenfalls von Ratlosigkeit geprägt, zieht als wichtigsten Schluss: Ziehe man allen Theaterdonner ab, könne der Iran sehr wohl rational in seinem Interesse handeln und sei keineswegs Opfer seiner eigenen Rhetorik. Die maßvolle britische Vorgehensweise sei wichtig gewesen.
Auch LA CROIX lobt im Leitartikel die Mäßigung auf britischer Seite, die angesichts der öffentlichen Meinung nicht einfach, aber das richtige Rezept gewesen sei.
In den meisten Beiträgen findet sich auch ein Hinweis auf den im Iran festgehaltenen französischen Islamwissenschaftler Stéphane Dudoignon. Ihm sei der Pass entzogen worden, und er werde offenbar in Teheran in Hausarrest gehalten. Die Maßnahmen seien nach einer Vernehmung Dudoignons in der Provinz Sistan-Belutschistan getroffen worden.
LE MONDE weitet den Blick von der iranisch-britischen Krise etwas und titelt: "Spannungen und Festnahmen zwischen Iran und dem Westen" (Beiträge schließen auch US-Festnahmen von Iranern im Irak sowie die deutschen Geiseln im Irak ein).

Weiterhin breite Berichterstattung über die Lage in der Ukraine. Auch die Berichterstattung über das Schicksal des Ahtisaari-Planes zum Kosovo im Sicherheitsrat geht weiter, durchaus unfangreich, aber inkonkludent.

LE MONDE fragt: "Kann die EU im Mittleren Osten eine Rolle spielen?" - ohne große neue Erkenntnisse lautet die anhand verschiedener Beispiele gegebene Antwort: Ja, aber nicht ohne die USA.

Leitartikel in LE MONDE: " Polen hintendran" über die gegenwärtigen Schwierigkeiten Polens mit der EU, weniger ein Kommentar als eine berichtsartige, kritische Zusammenfassung der gegenwärtigen Position Polens in der EU. Ergänzt einen Korrespondentenbericht über die Auslieferung der "Lustrationsformulare" in Polen.

Berichte (meist kurz, mitunter nur Notizen) vom Pelosi-Besuch bei Baschar al Assad.

Wirtschaft

In den meisten Zeitungen werden gestern veröffentliche, günstige Prognosen der UNEDIC (vergleichbar Arbeitslosenversicherung) zur Beschäftigung in Frankreich 2007 wiedergegeben. 1,2 Millionen Stellenangebote seien 2007 in Frankreich zu besetzen. Das sei eine Steigerung von 2,4 Prozent, erstmals seit fünf Jahren eine Zunahme und kein Rückgang. LES ECHOS hebt hervor, dass diese Beschäftigung vor Allem bei den kleinen und mittleren Unternehmen entstehe. Bei den Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten sei der Rückgang der Beschäftigung weiterhin deutlich.

LES ECHOS berichtet über einen Fernsehauftritt Jean-Claude Trichets gestern, bei dem er sich vehement gegen Vorwürfe an die Adresse der EZB zur Wehr gesetzt habe, die Stabilitätspolitik der EZB, ihre antiinflationäre Linie und der Wechselkurs des Euro seien Beschäftigungshemmnisse in der Eurozone bzw. in Frankreich (im Wahlkampf hier bekanntlich immer wieder so dargestellt). Seit der Einführung des Euro seien in der Eurozone zwölf Millionen Menschen neu in Beschäftigung gekommen, gegenüber drei Millionen in den acht Jahren davor.

LE MONDE berichtet aus der Tschechischen Republik über (fast nur weibliche) Leiharbeitskräfte aus Nordkorea, die dort insbesondere im Textilsektor arbeiten und dadurch zum Skandalthema geworden seien, dass ihr Arbeitsentgelt offensichtlich an die nordkoreanische Regierung fließe und sie allenfalls einen geringen Prozentsatz für sich verbrauchen dürften. Ferner seien sie kaserniert und im Widerspruch zu europäischen Maßstäben in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die tschechische Regierung habe sich inzwischen entschlossen, diese Praxis, die noch auf die Zeit des Kalten Krieges mit dem Austausch von Arbeitskräften unter "Bruderstaaten" zurückgehe, bis Ende 2007 endgültig zu beenden. Auf die Frage, ob sie die Beantragung politischen Asyls durch die Betroffenen fürchte, habe eine tschechische Politikwissenschaftlerin geantwortet, so der LE-MONDE-Korrespondent: Das sei unwahrscheinlich, weil die Familien der Arbeiter dann Repressalien daheim zu befürchten hätten.

LES ECHOS berichten, dass erst jetzt der AStV in Brüssel mit britischer Zustimmung die Umsetzung des Kompromisses über die " Finanzielle Vorausschau" 2007-2013 (des ER Dezember 2005!) habe beschließen können. Die Einzelheiten der Umsetzung, die den "Einstieg in den Ausstieg" aus dem Britenrabatt beinhalte, seien noch bis zu dieser Woche auf den Widerstand des britischen Schatzamtes, folglich Gordon Browns, gestoßen.

(Quelle: Pressereferat der deutschen Botschaft in Paris)



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Wahlen, Internationale Themen, Wirtschaft, EU: News 12.04.2007

Die Terroranschläge in Algier stehen auf den meisten Titelseiten im Vordergrund: FIGARO: "Al Qaida schlägt in Algerien zu", LA CROIX: " Terrorismus trifft erneut den Maghreb", PARISIEN: "Al Qaida schlägt in Algier zu".

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